Warum ist das Raumklima im Büro so wichtig?

raumklima im büroIn meinem Job als Wohnpsychologe werde ich bei der Planung von Büroräumen oft auf den Faktor Raumklima angesprochen. In vielen Betrieben wird dieser Aspekt oft vernachlässigt, was verheerende Auswirkungen auf die Arbeitsleistung und Motivation der Mitarbeiter haben kann.

Der Einsatz von Raumklimageräten in Arbeitsstätten wird von vielen Arbeitgebern als Luxus angesehen, was oft zu Einsparungen in diesen Bereich führt. Leider muss ich hier oft an die Vernunft des Firmenleiters appellieren und ihm die verschiedenen Gründe einer gesunden Luftversorgung klarmachen.

Warum ist die Klimatisierung so wichtig?

In öffentlichen Einrichtungen oder Büros halten sich viele Menschen in einem (im Verhältnis) kleinen Raum auf, wodurch sich dieser durch Körperwärme aufheizt. Aufgrund der Atmung der Menschen verschlechtert sich mit der Zeit die Atemluft und die Luft wird stickig.

Wenn sie in eine gute Lüftungsanlage investiert haben bleibt das Raumklima (hier ein guter Artikel über das Raumklima von gesundheit.de) stets konstant und sie müssen sich keine Sorgen um eventuelle Beschwerden der Mitarbeiter machen, und können sich sicher sein, dass deren Produktivität nicht durch äußere Einflüsse beeinträchtigt wird.

Wenn ihre installierte Lüftungsanlage nicht ausreicht, müssen sich sich wohl oder übel über nachrüstbare Lösungen Gedanken machen.

klimaanlage

Luftfeuchtigkeit

Menschen haben zwar kein Sinnesorgan, welches den Feuchtigkeitsgehalt der Luft bestimmt, können aber mit Hilfe von sekundären Empfindungen wie der Trockenheit der Schleimhäute, Lungenfunktion (Husten, Bronchien) , der Temperatur oder der Thermoregulation (Schwitzen) die Luftfeuchtigkeit einschätzen.

Hohe Luftfeuchtigkeit beeinflusst die Verdunstung von Schweiß negativ. Es kann weniger Flüssigkeit an die Raumluft abgegeben werden, welche somit auf der Haut übrig bleibt. Je härter wir schwitzen, desto schlechter geht es unserem Wohlempfinden.

In der Sommermonaten ist hohe Luftfeuchte ein weit verbreitetes Phänomen: Luft ist ein Gas, welches sich bei steigenden Temperaturen ausdehnt und somit mehr Wasser in Form von Wasserdunst aufnehmen kann. Wenn warme Luft mit kalter Luft ausgetauscht wird, sinkt das Volumen der Warmluft.

Infolgedessen muss das überschüssige Wasser an den Raum abgegeben werden. Diesen Effekt nennt man Kondensation. Man kennt ihn von beschlagenen Fenstern in den Wintermonaten oder täglich im Badezimmer, wenn das Glasfenster undurchsichtig wird.

Ein feuchtes Raumklima begünstigt die Entstehung von Schimmel und anderen Keimen. Die Luft in jedem Raum enthält Schimmelpilze, jedoch können sich diese nur in einem feuchten Klima entwickeln. Stellen, die über längere Zeit feucht bleiben, sind ein optimaler Nährboden für Schimmelpilze.

schimmel

Geraten die Sporen einmal in ihre Lungen, können schwerwiegende Krankheiten entstehen und Allergien ausgelöst werden. Auch die Wände des Raumes werden in Mitleidenschaft gezogen: Schimmel greift organische Materialien wie Putz an und nährt von ihm. Renovationen sind kostspielig – am besten lassen sie es erst gar nicht dazu kommen.

Falls sich in einem ihrer Räume (meistens Keller oder Bad) schon Schimmel verbreitet, müssen sie sich wohl ein Lufentfeuchtungsgerät (hier ein Entfeuchter-Test von Aero-check) besorgen oder sich mit einem Entfeuchtungsdienstleister verständigen.

Doch was bedeutet das alles für ihr Büro?

Wenn sie möchten, dass ihre Mitarbeiter zufrieden sind, sollten sie sich Gedanken über das Raumklima machen. Besorgen sie sich ein Hygrometer und überprüfen sie die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit.

Als optimal für Wohnräume gelten Temperaturen zwischen 19° und 22° C. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40% und 60% liegen.

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Als Ergänzung noch ein inforamtive Video über das Raumklima: